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Auszug aus dem Buch „Fluch der Kindheit" eine Lebensgeschichte der Autorin
 
Ein verhängnisvoller Badetag                                                                   ( Judith Dagota )

Als Judith in die zweite Klasse kam, hatte sie schon einen großen Freundeskreis. Gern stromerten die Kinder an dem sich durchs Dorf schlängelnden Bach entlang. Und im Sommer verstand es sich von selbst, dass dieser breite Bach, über den sich etliche Brücken streckten, zum Baden genutzt wurde. Oft reichte sein Wasser den Badenden jedoch kaum bis zum Knie. Da entstand natürlich bei sommerlichen Regengüssen, die sich zu jener Zeit viel öfter als heutzutage über das Land ergossen, eine äußerst freudige und ausgelassene Badestimmung.  
Und an so einem Tag begann sich das Leben der kleinen Judith schockierend zu ändern und ein einziger Alptraum zu werden!
Es war wieder einer der erwähnten Regengüsse vom Himmel gekommen, gerade als die letzte Schulstunde begann. Kaum bimmelte die Glocke zum Schulschluss, da rannten die Kinder wie von einer Tarantel gestochen heimwärts. Klaus, der Klassenkamerad vom Nachbarhaus lief, Judith hinter sich herziehend, die elterliche Steintreppe hinauf, warf seinen Ranzen in die Ecke, zog sich in Windeseile Hemd und Hose aus. Schon stand er in Badehose vor seiner Schulfreundin: „Los komm, nun zu euch! " Weiter ging die wilde Jagd, rein ins alte Lehmhaus; auch hier flog der Schulranzen in die Ecke.
Dann schnappte sich Judith ihren Badeanzug aus dem Schrank und stand dem Freund an Tempo beim Umziehen in nichts nach; kaum, dass die beiden wahrnahmen, wie die Gardine zur Seite geschoben wurde und ein Jungenkopf durchs offene Fenster hereinschaute, sausten sie auch schon wieder aus dem Haus. Keine zweihundert Meter weit und beide standen überglücklich mit anderen Jungen und Mädchen  in einer Wassermasse, die der kleinen Judith fast bis zum Bauch reichte. Und noch immer stieg das Wasser im Bach. Das war ein Quietschen und Schreien, wie es das Dörfchen wohl selten bei einer Wasserschlacht erlebt hatte.  
Abgekämpft, die langen Flechten triefend vor Nässe, aber überaus gut gelaunt, trollte sich das Kind am späten Nachmittag in Richtung des alten Lehmhauses.
Während sich Judith die nassen Sachen abstreifte und ihren Körper in ein wuschelig weiches Frotteetuch hüllte, überrollte sie ein Kälteschauer, der von einer abergläubigen Person sicher als böse Vorahnung gedeutet worden wäre. Denn als sie sich zitternd das kurze Leinenhemdchen überstreift, wird sie plötzlich von hinten gepackt. Zu Tode erschrocken schaut sie beim Umdrehen direkt in die ihr unheimlich erscheinenden Augen des großen Bruders: „So, jetzt habe ich dich erwischt! Du hast dich vor deinem Freund nackig ausgezogen. Wenn ich das Mutti erzähle, wirst du nichts mehr zu lachen haben! " Vor Furcht die Augen weit geöffnet stottert sie : „Aber, ich habe mich doch bloß.... ." Böse lachend unterbricht er sie: „ Das sah aber ganz anders aus. Mal sehn, wem Mutti und Vati mehr glauben! " Entsetzt zuckt sie beim Erwähnen des Vaters zusammen: „ Bitte, bitte, sag doch nichts! " - „Was bekomme ich dafür? " -  „Was du möchtest! "

Der vierzehnjährige Bruder stillte seine Neugierde, indem er ihr Hemdchen hob, sie, wie schon einmal im Keller, untenherum betatschte, ihr befahl, sich hinzulegen um ihr die dürren  und zitternden Beine zu spreizen. Dann trieb er seinen Finger weit hinein in ihre Scham, so, dass sie vor Schmerzen laut aufschrie.

Und hiermit begibt sich die fast sechs Jahre jüngere Schwester  in die Macht ihres großen Bruders und erst nach über acht Jahren findet sie endlich so viel Mut, um sich gegen diesen aufzulehnen. Der seelische Schaden ist, wie später die Psychotherapeutin richtig erkennt, nicht mehr reparabel.



 Zum Glück der Kleinen quietschte da die Hoftür; die Mutter kam von der Feldarbeit zurück. Der Bruder stürzte mit den Worten: „Schnell, zieh dich an! " auf den Hof und lenkte die nichtsahnende Frau mit einem Gespräch über eine bevorstehende Elternversammlung ab. Nach einer ganzen Weile  kamen Mutter und Sohn ins Zimmer. Das Mädchen saß über eins ihrer Schulhefte gebeugt.
In dieser Nacht fiel das Kind erst in den frühen Morgenstunden in einen von Alpträumen belasteten Schlaf.

 

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